Osteuropäische Haushaltshilfe

Seit meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus Ende April 2014 arbeiten wir bei der Vermittlung von osteuropäischen Haushaltshilfen mit einer Agentur aus Polen zusammen. Eine Agentur deshalb, weil eine durchgehende Versorgung (zum Beispiel bei Krankheit des Betreuers, Betreuerwechsel usw.) ohne viel Aufwand durchgehend sichergestellt werden sollte. Ziel der Zusammenarbeit war es, dass meine Familie von pflegerischen- und versorgungstechnischen Arbeiten weitestgehend entlastet wird, zumal meine Frau noch berufstätig ist und meine Tochter mitten im Studium steckte. Ergänzt wurde die Haushaltshilfe durch einen ambulanten Pflegedienst.
Die Voraussetzungen waren: ich bin vom Hals ab querschnittsgelähmt, d.h. ich kann nichts zeigen usw. und bin deshalb auf die sprachliche Qualifikation sehr angewiesen. Außerdem bin ich eine kommunikative Person und möchte mich mit meinem Gegenüber auch gerne unterhalten können. Aufgrund meiner Körpergröße (1,86 m) und meines Gewichtes (115 kg) ist ein gewisser Krafteinsatz und körperliche Robustheit erforderlich. Sowohl mein Pflegeaufwand als auch alle anderen Voraussetzungen waren der Agentur von Anfang an bekannt. Die Agentur hat eine Niederlassung in der Nachbarstadt und der Chef der Agentur war zur Absprache mit meiner Frau vor Ort.

Wir haben uns deshalb nach Beratung mit der Agentur entschieden, männliche Haushaltshilfen zu bevorzugen. Um die sprachliche und sonstige Qualifikation sicherzustellen haben wir für den Betreuer noch die Qualifikation „Silber“ abgeschlossen, was einen erhöhten Tagessatz zur Folge hatte. Wir waren, was die Haushaltshilfen angeht, vollkommene Neulinge ohne Erfahrung. Dazu kam noch, dass ich im Krankenhaus lag, meine Familie zu Hause alles alleine regeln musste und bis zu meiner Rückkehr alles fertig sein musste. Eine Riesenaufgabe und – wie wir immer wieder und sehr oft feststellen mussten – wir waren auf uns alleine gestellt. Es gab fast keine Stellen, an die wir uns wenden konnten (zumindest waren uns diese zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt) und wenn mussten wir feststellen, dass diese Stellen entweder überfordert oder unqualifiziert waren. Also auch keine wirkliche Hilfe für uns.
Im Laufe der nun folgenden fast zwei Jahre (April 2014 bis heute/Stand Februar 2016) bekamen wir von der Agentur insgesamt sieben verschiedene Betreuer vermittelt. Im Betreuer-Logbuch findet ihr die Abfolge der Betreuer, meine Erlebnisse mit ihnen im Zeitraffer und die Highlights aus der jeweiligen Zeit. Viel Spaß beim Lesen.