Mein Sprachrohr nach draußen

Dragon13Um es noch einmal ganz deutlich zu machen: ich kann weder meine Finger, noch meine Arme oder Hände bewegen. Ein Mausklick oder das Drücken einer Taste stellt demnach für mich ein unüberbrückbares Hindernis – also eine Barriere – da.
Für die Bedienung meines Laptops, meines Computers, aller herkömmlichen Programme wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail usw. habe ich auf meinen Rechnern deshalb das Programm

Dragon Naturally Speaking Premium Version 13 Deutsch der Firma Nuance

installiert.
Mein Urteil zu diesem Programm: ich wüsste nicht, was ich ohne dieses Programm machen sollte. Dieses Programm ermöglicht mir die Kommunikation nach außen, das Bedienen aller Programme, die Erledigung von Büroarbeiten, also auf den Punkt gebracht: die Teilnahme am Leben.

Was aber mindestens genauso wichtig ist: es trainiert meine Birne.

Durch die Lähmung kommt man sehr schnell in eine Passivrolle, d.h. man konsumiert. Schlimmstenfalls geschieht das nur durch die Glotze oder wenn es anspruchsvoller ist vielleicht einmal das Lesen einer Zeitung oder eines Buchs. Durch dieses Programm kann ich selbst aktiv werden, mich anderen mitteilen, meine Meinung äußern. Außerdem muss ich mir Befehle merken, strukturiert arbeiten, vor Inbetriebnahme des Mundwerks das Gehirn einschalten. (O. k., letzteres sollte eigentlich Standard sein.)

Dieses Programm übernimmt im wesentlichen zwei Aufgaben:

  • die Steuerung von Programmen (starten, schließen, Menüs auswählen usw.)
  • die Eingabe von Text, Zahlen usw.


Natürlich dauert manches etwas länger, ist umständlicher als mit Tastatur und Maus und braucht auch etwas mehr Geduld.

Aber was ist die Alternative?

Die Spracherkennung funktioniert wirklich gut (sie verzeiht sogar manchmal meinen fränkischen Dialekt) und ich bin mir nicht sicher, ob ich mit meinen zwei Fingern schneller gewesen wäre.
Auch alles was mit dieser Homepage zu tun hat, angefangen von der Installation der Programme über die Gestaltung der Seiten bis hin zu der Erstellung der Texte habe ich mit diesem Programm gemacht.
Die Eingabe aller Befehle, Texte usw. erfolgt über ein Mikrofon am Computer. Das ermöglicht es mir auch zum Beispiel im Bett liegend mit dem Computer zu arbeiten. Am besten funktioniert es jedoch im Rollstuhl, wenn ich über die eingebaute Bluetooth-Schnittstelle meines Rolli mit dem Joystick meiner Kinnsteuerung die Maus direkt steuern kann. Die Kombination von Joy Stick und Spracheingabe erlaubt mir fast ein normales Arbeiten mit dem PC.

Das Programm habe ich aus der eigenen Tasche bezahlt.