sackgasse rollstuhlfahrerBarrieren – offensichtliche und wo man keine vermuten würde...

In diesem Zusammenhang liest man oft den Spruch: behindert ist man nicht, behindert wird man.
Im wesentlichen ist dies auch richtig.

Es gibt zum einen physische Barrieren (wie zum zum Beispiel Treppenstufen, Randsteine, fehlende Aufzüge und vieles mehr), die mich daran hindern ein Ziel zu erreichen.
Zum anderen gibt es mentale Barrieren, die mich aber genauso daran hindern können, Ziele zu erreichen. Natürlich ist man versucht die Ursachen für mentale Barrieren zunächst bei seinen Mitmenschen zu suchen.

  • Sie trauen mir etwas nicht zu,
  • haben Berührungsängste auf mich zuzugehen,
  • trauen sich nicht Hilfe anzubieten oder
  • schließen mich bewusst oder unbewusst aus der Gemeinschaft aus.


Diese mentalen Barrieren können aber auch in meinem eigenen Kopf entstehen:

  • Kann ich das?
  • Wie reagiert der andere auf mich?
  • Kann ich ihn um Hilfe bitten?
  • Wollen Sie mich dabei haben?

Das bedeutet, dass ich in diesem Fall nicht behindert werde sondern ich mich selbst behindere.


Barrieren – sie betreffen nicht nur mich.


BehinderungstreppeVerständlicherweise richtet sich die Aufmerksamkeit der Umgebung sehr stark auf mich als Behinderten. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Behinderung erst später im Laufe meines Lebens eingetreten ist (zum Beispiel Unfall oder Krankheit). Was aber sehr oft vergessen wird: auch meine unmittelbare Umgebung wird durch meine Behinderung stark beeinflusst, eingeschränkt und ebenfalls behindert. Behinderung und damit Barrieren betrifft also niemals nur eine Person. Als ganz einfaches Beispiel: meine Familie kann ein Lokal nicht mit mir zusammen aufsuchen, weil ich mit meinem Rollstuhl wegen einer Stufe nicht in das Lokal komme. Das gleiche gilt für Urlaub, Besuch von Veranstaltungen usw.
Und wie ist es mit der psychischen Belastung meiner Umgebung durch Pflege, durch Umgang mit Ämtern und Behörden, durch gesundheitliche Verschlechterungen? Wie ist es mit der Vernachlässigung von Geschwistern, Kindern oder Ehepartnern, weil der Behinderte die ganze Aufmerksamkeit erfordert oder bekommt?